Gewächshäuser für den Hausgarten im Vergleich

Gewächshäuser für den Hausgarten im Vergleich

Gewächshäuser sind die ideale Ergänzung für Gartenbesitzer, die nicht nur die Saison draussen im Garten verlängern möchten, sondern auch einen geschützten Ort für Tomaten, Basilikum und Ansaaten suchen. Doch welchen Gewächshaustyp wählen?

Prinzip eines Gewächshauses

Ein Gewächshaus bietet den Pflanzen dank hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit bessere Wachstumsbedingungen, verlängert die Saison und schützt die Pflanzen vor starken Niederschlägen, Temperaturschwankungen und Winden. Die Pflanzen können so besser wachsen, werden grösser und kräftiger, überwintern besser. Der Ertrag steigt.

Der beste Standort für das Gewächshaus

Der ideale Platz für ein Gewächshaus ist in der prallen Sonne. Grundsätzlich gilt: je mehr Sonne desto besser, aber mindestens 6 Stunden Sonneneinstrahlung pro Tag. Bei der Positionierung des Gewächshauses muss beachtet werden, dass im Winter die Sonne eine andere Laufbahn nimmt und sich somit der Schattenwurf ändert.

Das Fundament

Das Fundament dient zur Verankerung des Gewächshauses. Dies kann eine einfache Lösung wie die Verankerung mittels Erdschrauben oder Erdankern erfolgen. Für eine längerfristige Lösung sollten aber mindestens die Stützen an den Ecken betoniert werden, auf denen dann der Rahmen des Gewächshauses steht. Wird das Gewächshaus im Winter temperiert, so ist ein gut isolierendes, rundum laufendes Fundament unumgänglich.

Anlegen von Weg und Beeten

Das ganze Gewächshaus sollte gut erreichbar sein, damit man zu allen Pflanzen gut zukommt. Die Wege dürfen aber nicht zu gross sein um wenig platz zu verlieren. Die einfachste Lösung besteht darin, in der Mitte des Gewächshauses einen Korridor aus Gartenplatten zu legen. Beim Einteilen der Beete sollte darauf geachtet werden, dass den Ansprüchen der Pflanzen gerecht eingeteilt wird. Besteht Platzmangel, so können zusätzlich Tische, Regale und Hängevorrichtungen für mehr Stauraum sorgen.

Die Lüftung 

Die Lüftung eines Gewächshauses ist sehr wichtig um im Sommer zu hohe Temperaturen zu vermeiden, aber auch um die Befruchtung von Pflanzen, die nicht selbstbestäubend sind wie zum Beispiel Tomaten zu gewährleisten. Zur Belüftung eines Gewächshauses reicht das Öffnen der Türe nicht aus. Zusätzlich müssen Dachfenster oder Lüftungsklappen geöffnet werden können, damit die Luft zirkulieren kann. Von Billigmodellen, die ausser der Tür keine Öffnung haben, ist aus diesem Grund abzuraten.

Die Heizung

Das Gewächshaus zu heizen ist nur dann empfehlenswert, wenn die Sonneneinstrahlung nicht ausreicht, um das innere des Hauses zu erwärmen. Unabhängig von der Aussentemperatur muss die gewünschte Mindesttempereatur konstant erreicht werden können. Neben speziellen, im Fachhandel erhältlichen Heizlüftern, können auch Gas-, Öl- oder Warmwasserheizungen eingesetzt werden. Ökologisch sind beheizte Treibhäuser allerdings nicht und auch nicht gerade günstig. Von ganzjährigem Gemüseanbau ist daher abzuraten und für das Überwintern von Exoten empfiehlt sich eher ein am Haus angebauter Wintergarten als ein freistehendes Glashaus.

Wasserversorgung der Pflanzen

Im Normalfall werden die Pflanzen regelmässig von Hand gewässert. So bleibt die Dosierung des Wassers jederzeit unter Kontrolle. Ein Wasseranschluss oder eine Regentonne in der Nähe des Gewächshauses ist entsprechend von Vorteil.

Wem das zu mühsam ist, kann auf professionellere Bewässerungsmethoden umsteigen. Bei Bewässerungsanlagen kann man allerdings nur Wasser direkt vom Wasserhahn verwenden. Pflanzen mögen temperiertes, abgestandenes Wasser aber lieber. Wem es nicht an der Zeit fehlt sollte darum unbedingt von Hand giessen. Einfach die Giesskannen immer direkt nach dem Giessen wieder füllen, dann ist das Wasser beim nächsten Mal wieder abgestanden.

Die Gewächshaustypen im Vergleich

Das Foliengewächshaus

Das Folienhaus bestehend aus einem leichten Rahmen aus Metallrohren und ist mit einer Folie überzogen ist die kostengünstigste Variante. Da sich die Folie einrollen lässt, kann das leicht auf- und abbaubare Haus auf sehr kleinem Raum verstaut werden, wenn es nicht benötigt wird. Die Folie hat allerdings mit Bestimmtheit die kürzeste Lebensdauer unter den Gewächshausmaterialen. Zudem sind Folienhäuser oft nicht sehr stabil. Durch das geringe Gewicht und die schlechte Verankerungsmöglichkeit ist es bei starken Winden weniger standhaft als seine grossen Brüder.

Eine spezielle Version des Foliengewächshauses ist das Tomatenhaus. Es ist im Unterschied zum normalen Treibhaus auf einer Seite offen. Dadurch werden die Tomatenblüten besser bestäubt und der Ertrag verbessert sich. Tomatenhäuser schützen die Pflanzen zwar vor Witterungseinflüssen, in ihnen herrscht aber nicht dasselbe feuchtwarme Klima wie in einem Gewächshaus. Zur Ansaat oder Überwinterung ist es daher nicht geeignet.

Das Kunststoffhaus

Das aus Alurahmen und Doppelsteg Paneelen gebaute Kunststoffhaus ist wesentlich stabiler, langlebiger und auch schöner als ein Folienhaus, kostet aber auch das drei bis vierfache. Da es auf ein Fundament aufgebaut wird, ist es nicht so leicht verschiebbar und die starren Bauelemente verlangen Präzision bei der Ausrichtung. Dem Wetter trotzt dieses Modell aber sehr gut und wenn es auf ein gemauertes Fundament gebaut wird isoliert es dank den doppelstegigen Kunststoffpaneelen besser als ein Glashaus.

Das Glashaus

Das Glashaus ist um ein zehnfaches teurer als seine Pendants aus Kunststoff. Während ein Kunststoffhäuschen noch als Grenzfall angesehen werden kann, ist ein freistehendes Glashaus definitiv baubewilligungspflichtig. Der Aufbau eines grösseren Glashauses sollte möglicherweise einem Profi überlassen werden, da er sehr anspruchsvoll ist. Treibhäuser aus Glas nutzen sich im Unterschied zu Kunststoffhäuser kaum ab. Ihre Lebensdauer ist darum wahrscheinlich mehr als proportional zu ihrem höheren Preis. Auch ästhetisch sind Glashäuser ihren Mitstreitern klar überlegen. Wer auf lange Sicht investieren will, sollte darum ein Glashaus in Betracht ziehen. Eine Hagelversicherung sollte aber abgeschlossen werden.

 

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